In dem Ensembletanzstück »In Ordnung« erkundet die österreichische Choreografin Doris Uhlich die Kraft des Chaos und der Verschiebungen.

»In Ordnung« von Doris Uhlich

Schubladen auf!

in ordnung

Das Ensemble von Doris Uhlichs »In Ordnung« | © Julian Baumann

DORIS UHLICH: IN ORDNUNG
Münchner Kammerspiele, Schauspielhaus | Premiere am 3. Februar, weitere Termine: 10. Februar, 4. und 26. März | jeweils 20 Uhr | Tickets

Ganz schön viel los hier. 16 Menschen in Alltagskleidung bewegen sich zu Techno-Musik durch den Proberaum und heften sich bebend an diverse Podeste. Aus dem, was Doris Uhlich ihnen mitgibt, hört man Begriffe wie »Pleasure« und »Körper-Chaos« heraus. Und das, obwohl der Abend, für den die österreichische Choreografin mit dem Gros des Ensembles der Münchner Kammerspiele probt, »In Ordnung« heißt. Dass damit kein beschwichtigendes »Ruhig Blut!« oder affirmatives »Alles paletti!« gemeint ist, liegt angesichts der Weltlage fast auf der Hand. Der Untertitel »Tanzt die Verschiebung« verrät mehr. Der Appell ist laut Uhlich »nach und nach unser zentrales Motto geworden. Mit Verschiebungen gehen Schubladen auf und Räume für Veränderung.« Und so, wie der Abend gebaut ist, werde auch sichtbar, »dass aus der Kraft der Verschiebungen die Kraft zum Tanzen kommt«.

Die ersten Szenen stehen gerade nicht auf dem Probenplan. Ein Blick auf den Laptop der Regieassistentin zeigt, dass »In Ordnung« tatsächlich mit Ordnung, formalen Regeln und Bewegungsmustern beginnt. Die Performer*innen stellen sich der Größe oder dem Alter nach auf. Sie gehen geradeaus und dann nicht mehr. Jede kleine Veränderung bringt Unruhe in das Bild, an das sich das Auge gerade gewöhnt hat. Wie in Gesellschaften, die im Umbau begriffen sind.

Den kompletten Artikel finden Sie ab morgen in der aktuellen Ausgabe. Hier geht es zum Kiosk.

Das könnte Sie auch interessieren: