
von links nach rechts Mona Fuchs, Antú Romero Nunes, Anja Dirks, Jörg Pohl, Marek Wiechers © Kulturreferat der Landeshauptstadt München
Nach Monaten der Unruhe und Aufregung ist es seit 29.10. amtlich: Das Basler Leitungsteam Anja Dirks, Jörg Pohl, Antú Romero Nunes übernimmt ab der Spielzeit 2028/29 die Münchner Kammerspiele. Münchens 2. Bürgermeisterin Mona Fuchs erklärt in der Pressemeldung: „Unter den zahlreichen Bewerbungen konnte uns das Team mit seinem partizipativen Führungsmodell und dem Anspruch, den avantgardistischen Charakter des Hauses ebenso wie seinen inklusiven Schwerpunkt zu erhalten und weiterzuentwickeln, am meisten überzeugen. Ich bin sicher, dass es damit wichtige Impulse für ein erfolgreiches und diverses Sprechtheater auch weit über München hinaus setzen wird.“ Das sagt ja erstmal: gar nichts. Es ist nicht anzunehmen, dass die anderen Bewerber weniger gewillt waren, den avantgardistisch-inklusiven Ansatz zu erhalten. Vielleicht weniger kollektiv? Das Team aus Basel sagt: „Wir freuen uns außerordentlich darauf, die große und inklusive Ensembletradition der Münchner Kammerspiele in die Zukunft weiterzuspinnen. Mit internationalen Perspektiven, Durchlässigkeit zur Stadtgesellschaft und dem Bewusstsein für Geschichte und Identität des Hauses möchten wir die Kammerspiele als Weltstadttheater prägen – lokal verankert, mit kosmopolitischem Horizont. Wir stehen für ein Theater als Anderswelt in der Welt, analog, sinnlich, körperlich, mit der Kunst gemeinschaftlich agierender Schauspieler*innen im Zentrum.“ Auch dies dürfte in jeder Bewerbung enthalten gewesen sein. Das wirft einige Fragen auf: Warum hat diese Bewerbung gewonnen? Was hat sie gegenüber den drei Mitbewerbern in der engeren Wahl wirklich herausstechen lassen? Wer waren die drei anderen in der engeren Wahl? Geschweige denn die „zahlreichen“ weiteren Mitbewerber? Man hätte auch über elegante In-House-Varianten (zum Beispiel aus der Dramaturgie) oder über dem Haus eng verbundene Personen aus dem Regie-Bereich nachdenken können. Hat man das? Wie auch immer, die Antworten werden irgendwann aufploppen wie Korken im Wasser. Wir freuen uns erstmal auf die aktuelle und auf die darauffolgende Spielzeit mit dem gegenwärtigen Ensemble und Team um Barbara Mundel. Wer weiß, was noch alles passiert. ||
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