Das Bayerische Staatsballett hat seinem Ersten Solisten Julian MacKay gekündigt.

Und der setzt einen wütenden Post auf Instagram darüber ab, in dem er unter anderem behauptet, er habe von seiner Kündigung über die Sozialen Medien erfahren. Das Bayerische Staatsballett widerspricht dem, man habe am frühen Vormittag des 13. Juli 2026 ein Treffen mit dem Tänzer und der geschäftsführenden Direktion gehabt, in dem die Kündigung ausgesprochen und auch die entsprechenden Papiere überreicht wurden. Eine halbe Stunde später sei die Compagnie dann in die Kommunikation darüber gegangen. Es gab eine Pressemitteilung und einen Social Media Post.

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Seitdem ist die Aufregung trotzdem groß. Julian MacKay, der seit 2022 in München engagiert war, benennt in seinem Post Missstände in Kommunikation und Umgang des Staatsballetts mit seinen Tänzerinnen und Tänzern. Er, der 300.000 Follower auf Instagram hat, dürfte wissen, was so etwas bewirkt: Empörung und Aufmerksamkeit. Missstände, Machtmissbrauch und starre Hierarchien sind in der Branche seit längerem ein Thema. Darauf spielt MacKay auch an, wenn er schreibt, er werde über Missbrauch in seiner Branche auch zukünftig nicht schweigen.

Julian MacKay | © Nicolas MacKay / Bayerisches Staatsballett

Aber auch das Bayerische Staatsballett wählte für diese Kündigung einen Weg, der öffentlich etwas erzählen soll. Einen Tänzer eine Woche vor Spielzeitende fristlos zu kündigen, hat eine Wirkung. Denn die Besetzung der Compagnie ändert sich regulär öfter über die Sommerpause, ähnlich wie Fußballspieler wechseln hier gerade die Solistinnen und Solisten gerne mal Stadt und Arbeitgeber. Man hätte MacKays Ausscheiden in diesen Regularien verstecken können. Die Kündigung eine Woche vorher soll auch zeigen: Hier lief etwas nicht, wie es soll. Zu konkreten Gründen äußert sich das Staatsballett aus juristischen Gründen dennoch nicht. Auch frühere Posts von MacKay in den Sozialen Medien könnten eine Rolle spielen. Und es gibt Gerüchte, MacKays Unzufriedenheit hinge mit der Besetzungspolitik zusammen, er habe nicht die Rollen bekommen, die er wollte.. Aber auch hier, oder gar, wenn mehr dahinter steckt, gilt es, darüber zu sprechen, wie das so ist in dieser Kunst, in der Körper und das Bild dieser Körper das Hauptausdrucksmittel sind und alle über diese Körper (und in welchen Rollen sie stecken) mitbestimmen dürfen. Das ist keine Frage.

Abgesehen davon, zeigt dieser Skandal aber auch noch etwas anderes. Die Klaviatur um Wahrheitsanspruch, Anschuldigung und Aufmerksamkeit, wird mittlerweile durch alle Branchen und alle gesellschaftlichen Schichten frei nach Donald Trump bespielt: Denn zumindest bezüglich der Umstände dieser Kündigung sagt hier eine der beiden Parteien nicht die Wahrheit. Und mal hier eine kleine Unwahrheit, mal dort eine kleine Übertreibung der Aufmerksamkeit wegen in den Sozialen Medien geäußert, und die ganze alte institutionelle Medienwelt springt mal wieder darauf an – das ist bedenklich. ||

 


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