Nora Schlocker inszenierte im Residenztheater »Der Turm« von Hofmannsthal. Leider wenig erhellend.

Der Turm

Gewalt erzeugt Gegengewalt

Klares Gefälle: Sigismund (Lisa Stiegler) kauert unter seinem Vater Basilius (Michael Goldberg) | © Birgit Hupfeld

DER TURM
Residenztheater | 8., 9. Nov.,19.30 Uhr
2. Dez., 20 Uhr | 3. Dez., 19.30 Uhr | Tickets: Tel. 089 21851940

Es gibt viele Schattierungen von Grau auf der Bühne. Zu Beginn reden vier Soldaten über die Armut im Land und das obskure Objekt, das in drei Metern Höhe an der Wand hängt. Im diffusen Licht und von Videos verfremdet, ist es nicht zu erkennen. Erst sehr langsam wird ein auf einen Stuhl gekauertes Menschenbündel erkennbar, kahl, nackt, mit Seilen gefesselt: Prinz Sigismund. Sein Vater, König Basilius, sperrte ihn von klein auf in den Kerker, weil er laut einer Weissagung seinen Vater töten werde. Der Turm-Gouverneur als einzige Bezugsperson vermittelt ihm etwas Bildung. Das ist der Ausgangspunkt des Barockdramas »Das Leben ein Traum« von Calderon de la Barca aus dem Jahr 1636. Mit 22 wird Sigismund als Charaktertest einen Tag zum König gemacht. Und fällt krachend durch: Er ist grausam, gewalttätig und arrogant. Zurück im Verlies redet man ihm ein, alles sei ein Traum gewesen. Die Erfahrung läutert ihn, er wird schließlich ein gütiger Herrscher …

Die komplette Kritik finden Sie im MF Online Deluxe, unserer erweiterten PDF-Ausgabe. Hier geht es zum Kiosk.

Das könnte Sie auch interessieren: